Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Hesseldorf und Wächtersbach

 

Ein Tag wie bei der Berufsfeuerwehr im 24 Stunden Dienst. 30.05.2015 - 31.05.2015

 

Vom Samstags 9.00 Uhr bis Sonntag 10.00 Uhr besetzten die Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Hesseldorf und Wächtersbach das Feuerwehrgerätehaus in Hesseldorf. Am frühen Samstagmorgen um 9.00 Uhr schauten die Betreuer und Jugendwarte noch in sehr kleine Augen der Jugendlichen. Nach der Begrüßung der Jugendlichen und der Betreuer, übernahm die Leitung des Berufsfeuerwehrtags das Wort. Einteilung der Jugendlichen auf die Fahrzeuge mit anschließender Gerätekunde stand an. Da die Kinder nicht auf immer auf ihren Fahrzeugen und mit ihren gewohnten Kammeraden eingeteilt wurden, musste man erst mal auf Tuchfühlung gehen.

Nach gut einer halben Stunde an den Fahrzeugen schon der erste Alarm für die Gruppe des LF 8 und die Staffel des TLF 16/25. Es geht zu einer Ölspur auf einen Feldweg. Schalte es aus dem Lautspreche auf der Wache. Die Leitstelle Jugend gab an, dass eine landwirtschaftliche Maschine das Öl auf der Fahrbahn verloren hätte. Die Ölspur war schnell gefunden, jedoch von dem Verursacher war nichts mehr zu sehn. Somit blieb ihnen nichts weiteres übrig, als die Gefahr mittels Ölbindemittel zu beseitigen und den Feldweg dann wieder freizugeben.

 

Parallel zu der Ölspur würde das TSF zur einer Tierrettung am Waldrand von Hesseldorf alarmiert. Hier musste sich die Staffel mit der Betreuung des Tierbesitzers und die Rettung des Tieres beschäftigen.

 

Die ersten beiden Einsätze waren erledigt und nach anfänglichen Start Schwierigkeiten waren die Mädels und Jungs dann auch endlich richtig wach.

Um die Mittagszeit ging erneut ein Alarm ein. Brennt Wohnhaus Am Sportplatz mit Menschenleben in Gefahr. Sofort wussten wir um was es geht. Die lang geübten Abläufe mussten zügig umgesetzt werden. „Angriffstrupp zur Brandbekämpfung und Menschenrettung in das Wohnhaus vor“ Rief der Fahrzeugführer seiner Mannschaft bei der Aufstellung hinter dem Fahrzeug zu. Sofort ging es los. Der erste Angriff wurde über das TLF 16/25 gefahren. Das LF8 baute eine Wasserversorgung auf, um den Tank des Löschfahrzeuges wieder zu füllen. Die Besatzung des TSF baute eine Riegelstellung auf um aus überschlagen der Flammen auf weiter Häuser zu verhindern. Die Person wurde schnell gefunden und dem Rettungsdienst übergeben. Das Feuer war anschließend schnell gelöscht und der verrauchte mittels Hochdrucklüfter wieder gelüftet. Das Gebäude konnte wieder an den Eigentümer übergeben werden.

Nach dem wir die Fahrzeuge wieder Einsatzbereit gemacht haben, ging es dann auf einen Wettkampf auf Stadtebene. Es ging um die Messemeisterschaft 2015 in Aufenau. Am Start waren 8 Mannschaften aus dem ganzen Stadtgebiet.

 

Diesen Wettkampf der rein Feuerwehrtechnisch aufgebaut ist, konnte die Jugendfeuerwehr Hesseldorf vor Wittgenborn und Aufenau für sich entscheiden. Bei der Siegerehrung bekamen die Jugendlichen von Hesseldorf die begehrte Trophäe für den 1. Platz von der Geschäftsführerin der Messe GmbH Ute Metzler und Bürgermeister Andreas Weiher übergeben. Dieses hervorragende Ergebnis an so einem ohne hin aufregenden Tag war die Krönung für die Kids aus Hesseldorf. Doch lange konnte man die Siegesfeier nicht genießen. Ein Alarm ging bei der Leistelle Jugend ein. Eine Brandmeldeanlage im Industriegebiet in Aufenau hat ausgelöst. Schnelle hüpften die Mädels und Jungs auf ihre Autos und schon ging es zu dem nächsten Einsatz.

Nach dem Anstrengendem Tag konnte dann ein wenig auf der Wache verschnauft werden. Doch schon wieder heulte der Alarmton mit der Durchsage „ Gefahrgutunfall, auslaufende Flüssigkeit ein Person verletzt auf dem Messegelände in Wächtersbach“ Schnell ging es voller Motivation auf alle Fahrzeuge. Bei diesem Einsatz sind alle gefragt. Vor Ort stellte sich heraus, dass eine Person beim Umladen einer Flüssigkeit nicht sorgfältig gearbeitet hat. Es kam zu einer Leckage womit sich der Arbeiter übergoss. Zuerst ging es um die Personenrettung und anschließend wurde das Leck beseitigt. Die Unfallstelle wurde großflächig abgesperrt was zur Folge hatte das wir recht schnell zahlreiche Zuschauer hatten.

Nach dem auch dieser Einsatz abgehandelt war, ging es zurück in die Wache wo das wohlverdiente Abendessen dann auf uns wartete. Beim Essen tauschte man sich über Dinge aus, die man heute im Laufe des Tages erlebt hat.  Nach dem Essen war dann wieder ein Neueiteilung auf die Fahrzeuge an der Reihe. Die Jugendlichen sind wieder auf andere Autos mit anderen Jugendlichen gekommen. Gerätekunde, kennen lernen und sich zurechtfinden auf dem Fahrzeug war wieder angesagt, bevor es in die Nachtruhe ging um 22.00 Uhr.

Diese Nachtruhe weilte nicht lange. Der Alarmton schallte durch die Wache, über den Hof und in die Schlafräume rein. „ACHTUNG ACHTUNG BRENNT LANDWIRTSCHAFLICHES GEBÄUDE IN DER AUE BEI FAM. WERTH“ Schnell wieder aus dem Schlafsack, die Treppe runter und ab in die Einsatzkleidung. Die Fahrzeuge waren alle voll besetzt und schon ging es ab. Auf der Anfahrt konnte man schon einen riesen Funkenflug sehn. Wir mussten mit einem  großen Feuer rechnen. Dies bestätigte sich auch. Ein Fahrzeug entnahm Löschwasser aus der Bracht mittels einer Tragkraftspritze um eine Riegelstellung aufzubauen. Es ging nur darum eine Ausbreitung zu verhindern. Die beiden anderen Fahrzeuge stellten den Löschangriff sicher, um das Schadenfeuer zu bekämpfen. Nach rund einer Stunde und vielen vergossenen Liter Wasser war das Feuer endlich aus. Es hieß „ Feuer aus. Zum Abbau fertig machen“

 

Bis die Fahrzeuge wieder Einsatzbereit waren und alle wieder in ihrem kuscheligen Schlafsack lagen, war es schon nach Mitternacht. Erschöpft schliefen sie alle rasch ein. Die Betreuer waren ebenfalls sehr geschafft von diesem Tag.

Die Nachtruhe war dann auch bald wieder zu ende. Um 3.15 Uhr erneut ein Alarm. Viele müde Augen und Gesichtern starrten sich an bis sie begriffen was los ist. „ACHTUNG ACHTUNG SUCHE EINER VERMISSTEN PERSON IM BEREICH DER HERRENWEIDE IN WÄCHTERSBACH“ Schon deutlich  langsamer ging sie die Treppe runter und stiegen in ihre Kleidung. Alles ging nicht so schnell. Man musste sich erst mal orientieren. “Wo sind meine Klamotten, auf welches Auto muss ich eigentlich, ist mein Truppmann mit im Auto und hab ich alles dabei was wir brauchen.“ Naja nach einem kleinen  durcheinander fuhren wir dann doch geschlossen vom Hof in Richtung Herrenweide. Dort angekommen empfang und schon eine Person die den Vermissten im Laufe des Abends vermutlich gesehen hatte. Zu erst mussten wir uns zurecht finden, einen Plan machen wer wo und mit wem sucht. Danach so viel Licht wie möglich aufbauen um das ganze Gelände tag Hell zu bekommen. Lang lies es nicht auf sich warten bis die ersten Meldungen kam das sie den vermissten gesehen haben. Doch er dachte nicht daran sich in die Arme der Feuerwehr zu begeben. Die Vermutlich verstörte Person flüchtet und lies sich nur schwer in die Obhut nehmen. Im ganzen ging es doch glimpflich aus. Keiner verletzt, vermisste Person wieder da und ab richtung Heimat. Erneut musste man wieder in den Schlaf finden.

Morgens so gegen 7.00 Uhr schon wieder das nervige Geräusch der Lautsprecher. „ACHTUNG ACHTUNG. UNBEKANNTE RAUCHENTWICKLUNG HÖHE KLÄRANLAGE IN WÄCHTERSBACH“ Dieser stellte sich zum Glück als Fehlalarm und wir konnte direkt wieder zur Wache zurück fahren.

Anschließend gab es Frühstück und die Wache wurde gesäubert. Alle Taschen wurden gepackt und die Fahrzeuge abschließend überprüft. Um 10.00 Uhr trennten sich unsere Wege. Jeder ging nach Hause und berichtet Zuhause von seinem Aufregenden Tag bei der Feuerwehr. Einige vielen auch todmüde auf das Sofa und verliefen das Mittagessen. Im ganzen war es ein sehr aufregendes Wochenende mit vielen Ereignissen und Erfahrungen die man gesammelt hat.

Natürlich waren alle Einsätze aufwändig von unseren Helfern und Betreuer ausgearbeitet und später dann inszeniert worden. Es kam kein Tier, Mensch und Umwelt zu Schaden. Verluste am Material hielten sich in Grenzen, sodass wir alle mit unserer erbrachten Leistung zufrieden waren.

Abschließend möchte ich mich bei allen beteiligten Fahrer, Helfer, Köchen, Betreuer und bei der Fr. Werth (sie stellte uns ihr Wiesengrundstück für das große Feuer zu Verfügung) bedanken. Ohne euch wäre dieser Berufsfeuerwehrtag nicht möglich gewesen. Natürlich bedanken wir uns auch bei der Wehrführung Hesseldorf und Wächtersbach, die uns tatkräftig unterstützte in allem lagen.